Infoblätter zur Vogelhaltung

 

Von Hand aufgezogene Papageien und Sittiche

 

Warum werden Vögel von Hand aufgezogen?

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Zum Einen passiert es mitunter, dass die Vogeleltern ihren Nachwuchs nicht, oder nicht ausreichend füttern oder die Küken verletzen. Will man diese Küken retten, muss man sie aus dem Nest nehmen und von Hand füttern.

Zum Anderen kann eine Aufzucht von Menschenhand bei sehr seltenen Vogelarten sinnvoll sein, um keinerlei Risiko einzugehen, das oder die Küken zu verlieren. So etwas wird von sehr erfahrenen Züchtern im Rahmen von Artenschutzprojekten gemacht. Diese Vögel kommen in der Regel nicht in Privathand, sondern bleiben in der Obhut von zoologischen Einrichtungen.

Gegen die Handaufzucht aus den vorgenannten Gründen ist nichts einzuwenden. Die daran beteiligten Personen sorgen zumeist auch dafür, dass die handaufgezogenen Vögel so bald wie möglich wieder in Gesellschaft von Artgenossen kommen.

Die weitaus meisten Handaufzuchten werden jedoch durchgeführt, um liebe, zahme, kuschelige, wohnungstaugliche Papageienvögel zu erhalten, mit denen jeder, auch der Anfänger, problemlos zurechtkommt. Soweit die Theorie. Und die Praxis? An den Menschen gewöhnt und zahm sind sie zunächst, das haben sie als Küken so gelernt. Bestimmte angeborene Verhaltensweisen sind dennoch vorhanden und treten spätestens dann in Erscheinung, wenn die Tiere geschlechtsreif werden.

Die handaufgezogenen Vögel haben als Babys gelernt, den Menschen als Partner zu betrachten. Gleichzeitig ist es ihnen angeboren, immer die Nähe des Partners oder des Schwarms zu suchen. Der Mensch kann die Partnerfunktion jedoch auch bei noch soviel Zeit nicht wirklich wahrnehmen, schließlich kann niemand rund um die Uhr beim Vogel sein, sondern muss ihn auch mal allein lassen. Wie soll der Vogel das begreifen?

Besonders allein gehaltene Handaufzuchten entwickeln häufig Unarten, die dem Menschen auf Dauer lästig werden. Manche hängen ständig wie eine Klette an ihrer Bezugsperson, andere entwickeln sich zum Schreier oder fangen an, sich die Federn zu rupfen. Oftmals wird auch die Bezugsperson gegen Besucher und Familienmitglieder verteidigt. Handaufzuchten können sehr aggressiv werden und beißen mitunter heftiger zu als Naturbruten, da ihnen der Respekt vor dem Menschen fehlt.

Eine spätere Vergesellschaftung mit einem zweiten Vogel kann sich auch schwierig gestalten, da der handaufgezogene Vogel nicht die arteigene Laut- und Körpersprache erlernen konnte und u. U. so stark auf den Menschen (fehl)geprägt ist, dass er sich nur sehr langsam an einen anderen Vogel gewöhnt.

Wenn man sich für handaufgezogene Vögel entscheidet, dann sollten gleich von Anfang an zwei Vögel angeschafft werden, um die aufzuchtbedingte Fehlprägung nicht noch zusätzlich zu verstärken und den Tieren eine Kommunikation mit Artgenossen zu ermöglichen.

Wer sich Papageien anschaffen möchte, möge sich gut überlegen, ob er sich zugunsten der sofortigen Zahmheit mögliche spätere Probleme einhandeln will oder ob er lieber in der Anfangszeit etwas mehr Geduld und Zeit damit aufbringen möchte, eine Naturbrut an sich zu gewöhnen.

Für den Vogel hat die Handaufzucht in jedem Falle negative Auswirkungen, ob sie für den künftigen Halter positiv ist, muss stark bezweifelt werden. In erster Linie dient sie dem Züchter als Argument für bessere Vermarktung und für den höheren Preis.

Vertrauen Sie nicht den Versprechungen, dass vom Menschen handaufgezogene Vögel so zahm und problemlos bleiben, wie sie es als Babys sind - und bedenken Sie das Leid der Vogeleltern, die ihre Jungen zu früh verlieren und das Leid der Vogelbabys, die viel zu früh von ihren Eltern getrennt werden.

Ich lehne die gewollte Handaufzucht ab, weil...  weiter lesen

 

 

Videos Kakadus

Videos:
Vier zahme Kakadus
aus Naturbrut
www.kakaduwelt.de

 
   


AGNB
www.birds-online.de | www.birds-r-fun.com | www.kakaduwelt.de | www.katharinasittiche.de
www.naturbrut.info | www.NymphensittichSeite.de | www.nymphensittiche-und-mehr.de
www.papageien-toskana.de
| www.ruegengeier.de | www.welliworld.de